Juni 12, 2022

Autor: Angelika Beck

Ein Thema, das viele beschäftigt, ist die Frage: Soll ich als Psychologischer Berater online oder doch lieber offline arbeiten?

Im Bereich der psychologischen Beratung und Therapie gibt es viele (meist veraltete) Vorurteile gegenüber der Online Beratung. Ich arbeite seit Jahren nur noch online und bin daher auch ein großer Verfechter dieser Form.

Warum?

 Reichweite: Wer als Psychologischer Berater online arbeitet, erreicht Kunden auf der ganzen Welt.

Wer eine physische Praxis hat, arbeitet lokal. Gerade wer sich auf eine Fachrichtung spezialisiert, profitiert enorm von der großen Reichweite. Klienten wollen heutzutage Berater, die genau auf ihre Probleme maßgeschneidert sind. Im lokalen Bereich ist die Anzahl an potenziellen Kunden, mit genau deiner Spezialisierung jedoch eingeschränkt. Dadurch musst du überregional operieren, um erfolgreich zu sein!

  Der Markt der Zukunft – (fast) jeder ist Online!

94 % der Deutschen waren 2021 online unterwegs [1]. Das Web bringt fast jeden Service direkt zum Kunden nach Hause. Wer in den letzten Jahren nicht auf diesen Zug aufgesprungen ist, tut sich heute entweder extrem schwer oder bietet einen Service an, der eben nur offline realisierbar ist. (Online Haarschnitt wird zum Beispiel schwierig)

 Kosten

Mietkosten für eine Praxis, Anfahrtskosten für dich und deinen Kunden, Büroeinrichtung, Empfangsdame, Nebenkosten und und und…

oder Zoom Abo für €13.99

Das soll jetzt hier keine Werbung für Zoom sein und ihr dürft auch gerne über andere Plattformen arbeiten, aber ich wollte euch ein Beispiel dazu geben wie enorm der Preisunterschied doch sein kann. Die Investitionskosten sind so niedrig, dass ihr euch praktisch ohne Risiko und ohne Druck nebenher eine Selbstständigkeit als psychologischer Berater aufbauen.

  Online Beratung ist extrem flexibel

Du kannst problemlos unterschiedlich Setting durchführen (1:1, 1:2, 1:100…). Gruppen sind aufgrund ihrer hohen Effektivität mittlerweile sehr verbreitet im Bereich Coaching und Therapie. Lokal eine gut abgestimmte Gruppe zu finden, gestaltet sich dagegen häufig schwierig. Wer online operiert, kann natürlich auf einen viel größeren Pool an potenziellen Kandidaten zugreifen und so eine fein abgestimmte Gruppe zusammenstellen.

Du kannst darüber hinaus neben klassischer Beratung auch Kurse geben, dort Medien wie Präsentationen, Videos etc. ganz einfach einbinden und sogar deine Kurse aufzeichnen und als Pakete vermarkten! Außerdem hilft es vielen Klienten, die Beratungsstunden im Nachhinein nochmals anzuschauen. Die Aufzeichnung einer Online Beratung ist dabei natürlich deutlich einfacher.


Die POWER von Gruppen


  Niedrige Hemmschwelle für den Klienten

Für viele potenzielle Klienten ist die Hemmschwelle in eine Praxis zu gehen, deutlich höher als eine Beratung online und in den eigenen vier Wänden zu beginnen.

⇾  Menschen, die in toxischen Beziehungen leben, werden häufig kontrolliert

Wer sich auf Opfer von toxischen Beziehungen spezialisiert, weiß, dass es für diese oft gar nicht so einfach ist, das Haus unbemerkt zu verlassen. Die einzige Option ist daher häufig eine Online-Beratung. Meine Klienten sagen als Ausrede häufig, dass sie eine berufliche Fortbildung oder eine Weiterbildung in ihrem Hobby machen.

Ich hoffe, ich konnte euch ein paar Erkenntnisse zu der Frage, ob ihr lieber online oder offline als Psychologischer Berater arbeiten solltet, schenken. Lasst mich gerne in den Kommentaren wissen, ob ihr noch weitere Vor- oder Nachteile kennt!

Angelika Beck

Angelika ist Heilpraktikerin der Psychotherapie und Expertin für Narzissmus. Seit Jahren hilft sie Betroffenen aus der Narzissmus -Falle. 2020 gründete sie außerdem die Psychologische Ausbildungsakademie Psykadia, um ihr Wissen, als Therapeutin weiterzugeben.

{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}
>